HP iLO 4 spricht ein TLS, das moderne Browser und aktuelle OpenSSL-Bibliotheken ablehnen. Ein Reverse Proxy mit gültigem Zertifikat davor ist der pragmatische Weg: GET /redfish/v1 funktioniert, aber POST auf die Reset-Action kommt mit HTTP 502 vom Proxy zurück.
Zwei unabhängige Ursachen, beide typisch für iLO 4 hinter Traefik 3.
iLO 4 (ProLiant Gen8) bringt ein BMC-Zertifikat und Cipher-Suiten mit, die heutige Clients nicht mehr akzeptieren. Traefik terminiert TLS nach außen — zum Beispiel mit Let’s Encrypt — und spricht nach innen HTTPS gegen iLO, mit insecureSkipVerify.
Lesezugriffe laufen oft ohne weiteres durch. Schreibende Redfish-Calls, insbesondere Power-On über ComputerSystem.Reset, nicht.
Traefik 3 spricht Backends über HTTPS standardmäßig mit HTTP/2 und hält TLS-Verbindungen offen. iLO 4 kommt damit nicht zurecht. Der Proxy sieht einen kaputten Upstream und antwortet 502 Bad Gateway.
Fix am Service, mit eigenem serversTransport:
http:
serversTransports:
iloTransport:
insecureSkipVerify: true
disableHTTP2: true
forwardingTimeouts:
idleConnTimeout: 1s
services:
ilo:
loadBalancer:
serversTransport: iloTransport
passHostHeader: false
servers:
- url: "https://ilo.example.internal"
disableHTTP2: true — HTTP/1.1 zum BMCidleConnTimeout: 1s — keine langlebigen Keep-Alive-VerbindungeninsecureSkipVerify: true — das BMC-eigene ZertifikatpassHostHeader: false — Host-Header des Backends, nicht des öffentlichen NamensRedfish-Actions bei iLO 4 erwarten den trailing slash:
POST /redfish/v1/Systems/1/Actions/ComputerSystem.Reset/
Ohne Slash antwortet iLO mit 308 und einer Location auf die interne BMC-Adresse, nicht auf den öffentlichen Proxy-Namen. Traefik folgt dem Redirect oder scheitert daran — in beiden Fällen oft wieder 502.
Clients müssen die Action-URL mit Slash posten:
POST /redfish/v1/Systems/1/Actions/ComputerSystem.Reset/
Content-Type: application/json
{"ResetType":"On"}
Wenn GET /redfish/v1/ durch den Proxy HTTP 200 liefert, das BMC also erreichbar ist, POST aber 502:
serversTransport abschaltenWenn auch GET 502 liefert, ist das BMC oder der Weg dorthin down — das ist ein anderes Problem.
iLO 4 hinter einem modernen Reverse Proxy ist machbar, aber nicht „einfach durchreichen“. Traefik 3 und iLO 4 vertragen sich bei POST nicht von selbst: HTTP/2 und TLS-Keep-Alive müssen raus, und Redfish-Actions brauchen den abschließenden Slash. Danach funktioniert Power-On über Redfish zuverlässig.
Eine liquidierte österreichische GmbH hinterlässt Mail, OneDrive und SharePoint in Microsoft 365. Die Aufbewahrung soll zehn Jahre halten: lesbar, nachvollziehbar, möglichst unveränderlich. Es gibt kein Budget für ein zertifiziertes Archivprodukt, und der Tenant läuft nicht ewig weiter.
Dieser Beitrag beschreibt Ausgangslage, Anforderungen und die Umsetzung eines selbstgebauten Verfahrens — inklusive der Stelle, an der die Microsoft-Konsole und der Export scheinbar nicht zusammenpassen.
Nach der Liquidation bleiben die Daten in Microsoft 365, bis jemand sie abzieht. Typische Versuchung: ZIP vom OneDrive, PST aus Outlook, SharePoint-Bibliothek „herunterladen“. Das ist weder vollständig noch nachvollziehbar, und in zehn Jahren will niemand raten, welche ZIP-Datei die richtige war.
Rechtlich relevant sind in Österreich unter anderem Nachvollziehbarkeit, Lesbarkeit und Unveränderbarkeit (BAO, UGB). Das ersetzt kein zertifiziertes DMS und keine Freigabe durch den Steuerberater. Frist und Umfang muss der Steuerberater bestätigen. Die Projektvorgabe hier war bewusst 10 Jahre, nicht die oft zitierte 7-Jahres-Untergrenze.
Dieses Verfahren ist nicht GoBD-zertifiziert, nicht BAO-zertifiziert und kein WORM-Produkt. Was Technik und Betrieb leisten, steht unten; Lücken werden nicht verschwiegen.
.eml).Die Pipeline ist klein und bewusst zweigeteilt.
Steuerung vs. Worker. Ein Laptop orchestriert (Erreichbarkeit, Provisioning, Sync). Der Export lief auf einer Wegwerf-VM. Nach dem Upload in den Tresor ist die VM weg; lokal bleibt nichts, was man in zehn Jahren noch booten müsste.
Microsoft Graph, nur lesen. Berechtigungen: Mail.Read, Files.Read.All, Sites.Read.All, User.Read. Der Archiv-Admin liegt außerhalb der Firmendomäne (*.onmicrosoft.com), nicht im Benutzerstamm der GmbH. App-Registrierung plus Admin-Consent; Secrets nie ins Git.
Originalbytes, Hash, Resume. Dateien und Mails landen als Content-Addressed Store plus Pfadkopie. Daneben SHA-256-Sidecars und Manifeste. Eine SQLite-Job-DB erlaubt Resume nach Abbruch. Das Audit-Log enthält keine Tokens und keine Mail-Bodies.
Katalog, nicht Suche im Bucket. Jeder Lauf schreibt Excel (Katalog.xlsx): ursprünglicher Pfad, Dateiname, Betreff, SHA-256, S3-Schlüssel, Fehler, Laufinfo, eine Blatt-Anleitung. Dieselbe Datei liegt zusätzlich unter einem festen Schlüssel im Bucket. Glacier/S3 bleibt der Tresor.
S3 Object Lock. Bucket in eu-central-1, Versioning an, Object Lock Compliance, Default-Retention 10 Jahre. Compliance lässt sich nicht umgehen — auch nicht als Root. IAM für den Empfänger: Lesen und PutObject für Nachträge (etwa eine Abschlussbilanz), kein Delete.
Übergabe. Paket ohne Secrets: Katalog, kleines CLI, Anleitung. Der Empfänger richtet Access Key und Secret einmal lokal ein (nicht per Chat). Alltag: im Katalog filtern, per Schlüssel holen, SHA-256 prüfen. Nachträge denselben Weg, wieder mit Hash-Zeile im Katalog.
Die Microsoft-Konsole und der Export messen nicht dieselbe Menge. Eine Abweichung heißt nicht automatisch „es fehlen Dateien“.
| Was man sieht | Was es oft ist | Was der Export nimmt |
|---|---|---|
| Speicher in GB (Berichte, aktive Sites) | Site plus OneDrive, inklusive Versionen, Papierkorb, Metadaten | nur aktuelle Dateibytes |
| Websiteinhalte / Kachel „Dokumente“ | Dateien und Ordner, oft Cache | nur Graph-file |
| Nutzungsbericht „Dateien“ | inkl. System/Papierkorb, zeitversetzt | Katalogzeilen |
In diesem Lauf: rund 13 000 Mails als .eml, rund 3 400 aktuelle SharePoint-Dateien (etwa 11 GB Inhalt). Die Konsole zeigte in der Größenordnung 65 GB. Stichprobe: Office-Dateien mit mehreren Versionen (eine Präsentation 27 MB aktuell, über alle Versionen ein Vielfaches). Große Videos oft nur eine Version. Versionen erklären den Großteil der GB-Lücke; sie sind in dieser Version bewusst nicht mitarchiviert.
Websiteinhalte zählte Dateien plus Ordner und lag dazwischen — unbrauchbar als Soll-Zahl. Persönliches OneDrive war klein; der Speicher saß auf der Team-Site.
Regel: Soll-Zahl für „haben wir alle aktuellen Dateien?“ ist Graph-file bzw. Katalogzeilen, nicht Konsole-GB und nicht Websiteinhalte. Konsole-GB gegen Graph-Quota; Katalog-SHA-256 gegen lokale Blobs.
/content der aktuellen Version)Ein Dateitransport (rclone o. ä.) ersetzt kein Archiv-Zertifikat. Metadaten und Berechtigungen hängen vom Backend ab; die Vollständigkeit ist nicht zugesichert. Fehler und Teilmengen müssen über Job-DB und Verify sichtbar bleiben.
Für eine liquidierte Firma mit klarer Frist reicht ein selbstgebautes, dokumentiertes Verfahren: Originalbytes, Hash, Katalog, Object Lock, ehrliche Lücken. Es ersetzt kein zertifiziertes DMS und keinen Steuerberater. Wer die Microsoft-Konsole als Soll-Zahl nimmt, sucht Dateien, die der Export nie holen sollte — vor allem alte Versionen.
Smarte Pumpenpflege mit dem Shelly – Stillstand vermeiden und Heizungssteuerung respektieren01.10.2025 14:47Viele Heizungsanlagen besitzen Umwälzpumpen, die außerhalb der Heizsaison oft über Monate hinweg stillstehen. Dieses lange Stillstehen kann zum Problem werden: Rotoren verkleben, Lager setzen sich fest und die Pumpe läuft bei Beginn der Heizsaison nicht mehr zuverlässig an.
In diesem Beitrag beschreibe ich kurz, was CrowdSec ist, welche Zertifizierungen ich abgeschlossen habe, wie ich CrowdSec auf der E.F.A. (Email Filter Appliance) integriert habe, welche Filter out-of-the-box funktionieren — und wie ich fehlende Unterstützung (z. B. für MailScanner) durch eigene Parser und Szenarios ergänze.
CrowdSec ist eine Open-Source-Plattform zur Erkennung und Abwehr von bösartigen Aktivitäten anhand von Log-Analysen. Der Kern besteht aus einem lokalen Agenten, der Logs einliest, Ereignisse korreliert und auf Basis von Signalen (sogenannte scenarios) Entscheidungen trifft. Erkenntnisse können lokal genutzt oder an die Community-Sharing-Plattform gesendet werden, um die Reputationen von IPs zu teilen.
Ich habe mehrere Zertifizierungen rund um CrowdSec durchlaufen, die mir geholfen haben: